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Johannes Calvin
und sein Wirken in Genf

von Simon Hollendung

1. Calvin in Genf - Einleitung

Wie liberal war der Genfer Kirchenstaat? Die moderne Forschung diskutiert teilweise kontrovers diese Fragestellung. Dabei fällt auf, dass es nur zwei grundsätzliche Forschungsrichtungen gibt. Die Kritiker des Calvinismus stellen die übertriebene Härte und das Einmischen Calvins in die Intimsphäre der Genfer anhand von Einzelbeispielen und Gesetzestexten da. Die Befürworter versuchen, Calvin in seine Epoche einzubetten und relativieren übertriebene Darstellungen.

Interessant sind Arbeiten neuer protestantische Autoren, die Calvin als Kind seiner Zeit in ein besseres Licht zu rücken versuchen. Hier sind gerade Ernst Pfisterer[1] und Joachim Rogge[2] zu nennen. Sie wollen deutlich machen, dass es durchaus Unterschiede gibt zwischen dem, was Calvin wollte und dem tatsächlichen Geschehen in Genf. Dabei gibt es auf der Seite der Calvinbefürworter fast ausschließlich religiös motivierte Autoren, die sich jedoch teilweise durch unwissenschaftliches Arbeiten in Misskredit bringen.

Kein Lob kann der Bremer Staats- und Universitätsbibliothek ausgesprochen werden. Zum berühmten Schweizer Reformatoren gibt es so gut wie keine Literatur auf dem wissenschaftlich neuesten Stand. Wie immer stapeln sich die Bücher, die diese Thematik von Links beleuchten und dabei nichts Fachliches darstellen. Wiederum sind diese Ansichten von Marx, Marcuse und anderen nur eine herbe Kritik am Calvinismus. Deshalb habe ich mir den Versuch erspart, zwei Ideologien miteinander zu vergleichen.

Um sich dem Thema generell zu nähern, hielt ich die ausführliche Biographie und viele theologische Erklärungen für unausweichlich. Die Frage nach der Liberalität Genfs ist natürlich die Frage nach der Liberalität Calvins. Hierzu war die genaue biographische Ausführung von Nöten. Derjenige, der entscheidene Schritte im Leben Calvins kennt, wird die harten Entscheidungen des Reformators eher nachvollziehen können.

Die Theologie muss natürlich bei einem Mann der Kirche betrachtet werden. Wichtigste Fragestellung hierbei war die eventuelle Ableitung der harten Gesetze aus dem Glauben.

Am Ende der Einleitung bleibt nur noch zu wünschen, dass sich die Forschung auch noch am 500. Todestag des Reformators, also am 15. Juli 2009, so intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

[1] Pfisterer, Ernst: Calvins Wirken in Genf, Essen 1957. (= Zeugen und Zeugnisse, Bd. 5).

[2] Johannes Calvin. 1509-1564, hrsg. von Joachim Rogge, Berlin 1963.

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