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Johannes Calvin
und sein Wirken in Genf

von Simon Hollendung

4.4 Calvinistische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Die calvinistische Lehre, die davon ausging, daß Sparsamkeit, Fleiß und harte Arbeit Formen moralischer Tugend darstellten und wirtschaftlicher Erfolg ein Zeichen für Gottes Gnade sei, hatte auch gesellschaftliche Auswirkungen. Da diese sich begünstigend auf Wirtschaft und Handel auswirkten, kam dem Calvinismus eine bedeutende Rolle in der Abschaffung des Feudalsystems und der Einführung des Kapitalismus zu.[47] Zwar nennt Max Weber in seiner grundlegenden Studie meist nur den Protestantismus als Allgemeinbegriff, der maßgebend zum Kapitalismus beitrug, doch lässt sich gut dokumentieren, wie der Calvinsimus diese Symbiose noch verschärft.

Bis zum frühen 17. Jahrhundert bekannten sich die protestantischen Gruppen vieler Länder zum Calvinismus. Die französischen Calvinisten begründeten auch die Reformbewegung der Hugenotten, die von der katholischen Kirche unterdrückt wurde. Der Calvinismus bleibt auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Protestantismus. Große Bedeutung maß im 20. Jahrhundert der einflußreiche schweizerische Theologe Karl Barth der calvinistischen Lehre von der Souveränität Gottes zu, der gegenüber die gesamte Tätigkeit des Menschen als relativ erscheint.

[47] Vgl. die maßgebende Untersuchung zur Verbindung von christlicher Ethik und Kapitalismus: Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Kapitalismus, München 1903.
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