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Johannes Calvin
und sein Wirken in Genf

von Simon Hollendung

3.3 Calvins Prädestinationslehre

Calvin war ähnlich wie Luther ein Theologe des Wortes. Das heißt er arbeitete dogmatisch und erstellte Exegesen der Bibel. Der souveräne Gott ist der bestimmende Gedanke seiner Theologie. Die Ehre Gottes ist hiernach der Sinn der Schöpfung. Die Geschichte wird bestimmt durch die Errettung der Erwählten und die Bestrafung der Verworfenen. Gott gibt seinen Geschöpfen Wirkraum und lenkt alles auf sein Ziel hin. Es bleibt für Calvin ein undurchdringliches Geheimnis, warum Gott in der Vorhersehung und Prädestination „die einen zum Heil und die anderen zum Verderben bestimmt hat“.[42]

Diese Erwählung Gottes den Menschen zu predigen hielt er für sein wichtigstes Anliegen. Calvin proklamiert damit die Barmherzigkeit Gottes. Weil es eigentlich kein Menschen verdient hätte, zeigt sich in der Erwählung Gottes wahres, freundliches Angesicht. Prädestination heißt also Gottes ewige Anordnung. Der Beschluß des Schöpfers, was mit jedem einzelnen Menschen geschehen soll. Die Menschen werden nicht alle mit der gleichen Bestimmung erschaffen, dem einen wird das ewige Leben, dem andern die ewige Verdammnis zugeordnet.[43]

Neben dem göttlichen Wohlgefahlen einen anderen Grund hierfür zu suchen, wie beispielsweise das Vorhersehen Gottes der menschlichen Verdienste, würde nach Calvin Gottes Willen in die Abhängigkeit äußerer Ursachen stellen. Auf das Heil hoffen dürfen aber nur diejenigen, die ihre Pflichten treu erfüllen. Die Pflichten treu zu erfüllen heißt, streng nach der Bibel zu leben. Hierbei meint Calvin sowohl das Alte als auch das Neue Testament, die er im Gegensatz zu Luther für unbedingt gleichwertig und zusammengehörig hält.[44]

[42] J. Calvin, Institutio, Bd 3. Kap. 21, 5, (1541).

[43] Wolfgang Layh (Hrsg.): Dogmatik-Repetitorium, Erlangen 1994, Seiten 168, 174 und 192.

[44] Ebd. Auch Seite 14, 90, 127, 182f.
Für ganzen Abschnitt vgl. auch: Kantzenbach, Friedrich Wilhelm: Die Reformation in Deutschland und Europa. Gütersloh, 1965 (= Evangelische Enzyklopädie, Bd. 9), Seite 92.
Und: Lortz, Joseph & Iserloh, Erwin: Kleine Reformationsgeschichte. Ursachen-Verlauf-Wirkung. Freiburg, 1969. Seiten 190 und 191.

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